UX Design

Der Begriff setzt sich zusammen aus zwei getrennten Begriffen, die man am besten erst einmal einzeln betrachtet. Design ist dabei auf den ersten Blick der verständlichere Begriff: Mit Design ist Gestaltung im Allgemeinen gemeint.

Was ist ist UX-Design und wie unterscheidet es sich von UI-Design?

Im digitalen Zeitalter ist hier nicht nur die grafische Gestaltung eines Produktes gemeint, sondern generell jegliche Gestaltung eines digitalen Produktes oder auch einer Dienstleistung. Das kann eine App sein, eine Webseite oder auch ein digitales oder physisches Produkt, welches über Social Media, Online-Shops oder andere Kanäle zum Konsumenten gelangen soll.

UX ist eine Abkürzung der Wörter User Experience. Es beschreibt zu Deutsch die Konsumentenerfahrung des digitalen oder physischen Produktes. Und zwar vor, während und nach dem direkten Kontakt damit. Synonyme für UX sind Nutzererlebnis, Nutzererfahrung (Customer Experience) oder auch Nutzungserlebnis. Und zwar sowohl im digitalen als auch im nicht-digitalen Sinne. Zusammengesetzt beschäftigt sich also der UX-Designer mit allen Belangen rund um das Produkterlebnis und dessen Serviceentwicklung. Und zwar in einem recht analytisch-technischen Sinne. Er beschäftigt sich mit allen Kontaktpunkten des Users mit seinem Produkt – und das schon vor der eigentlichen Produktentwicklung.

Der UI-Designer hingegen – UI steht hier für User Interface – beschäftigt sich im Kern mehr mit der grafischen Ausarbeitung, dem Interface des Produktes. Man könnte auch sagen, dass UI-Design ein Teil von UX-Design ist. Letzteres aber bei Weitem nicht nur aus dem Ausarbeiten einer Benutzeroberfläche oder einer generellen Produktgestaltung besteht. Sondern noch viel mehr beinhaltet.

Was sind die Aufgaben eines UX-Designers?

Die Aufgaben eines UX-Designers beginnen lange vor der eigentlichen Produktentwicklung. Er ist daran interessiert, dass dem User ein möglichst reibungsloses, angenehmes Erlebnis mit dem Produkt geboten wird. Das beginnt schon, bevor dieser überhaupt das erste Mal in Kontakt kommt mit dem Produkt und geht auch noch weiter, auch wenn der User das eigentliche Produkt längst verlassen hat. Dem gegenüber muss ein UX-Designer aber auch die Erwartungen des Anbieters berücksichtigen. Er versucht also, beide Seiten – den Anbieter, aber auch den Produktkäufer/Produktbenutzer – abzuholen und die Erlebnisse entlang des Produktkontaktes für beide Seiten möglichst positiv zu gestalten.

Die wichtigsten Aufgaben eines UX-Designers sind demzufolge:

Dies sind nur einige der Aufgabenfelder, mit denen ein UX-Designer zu tun hat. Er arbeitet dabei oftmals mit Design-Sprints (zum Beispiel Google Design Sprint) und einem Expertenteam zusammen. Weitere Berührungspunkte im UX-Design-Prozess sind dabei das Design Thinking, AB-Testing, App-Design, DesignOps (also Design Operations) und viele mehr.

Alles läuft darauf hinaus, dem User ein möglichst positives Erlebnis mit dem Produkt zu bieten, ein gutes Markenerlebnis zu kreieren und die Freude und die Benutzerfreundlichkeit größtmöglich zu gestalten. Dabei arbeitet der UX-Designer sehr eng mit vielen anderen Disziplinen und Berufsfeldern zusammen: dem Product Owner, den Entwicklern und Programmierern, den Visual-Designern, den Brand-Designern und letztendlich auch immer mit den Entscheidern, dem Anbieter des Produktes. Hier sind kommunikative und lösungsorientierte Skills ausgesprochen hilfreich.

Wie wird man ein UX-Designer?

Um in den Beruf des UX-Designers einzusteigen, ist es gut, wenn man entweder Kenntnisse aus dem Bereich Grafikdesign mitbringt. Kenntnisse über Analysemethoden, Statistiken und User-Daten sind ebenfalls von Vorteil. Dazu sollte der Anteil an kommunikativer und empathischer Fähigkeit hoch sein, denn ein UX-Designer befindet sich in einem stetigen Austausch mit den am Produktentwicklungsprozess beteiligten Teams.

Der Einstieg in den Bereich des UX-Designs kann klassisch über ein Studium oder eine Ausbildung im Feld der Informationstechnologie oder des Grafikdesigns erfolgen. Einige Hochschulen bieten im Grafikstudium das Modul „User Experience“ an. Es gibt bisher aber keinen absolut gradlinigen Weg zum Beruf des UX-Designers. Oftmals sind Fähigkeiten wie analytisch-abstraktes Denken, eine holistische (ganzheitliche) Sichtweise, Kreativität und Neugier mindestens genauso wichtig, um jemanden als UX-Designer zu beschäftigen. Es gibt mittlerweile auch User-Experience-Design-Studiengänge. Ein Quereinstieg aus der Online- Marketing-Branche oder der Agenturlandschaft mit dementsprechenden Fort- und Weiterbildungen aus dem UX-Bereich sind genauso machbar und realistisch.

Gehalt im Bereich UX-Design – wie viel verdient ein UX-Designer?

Es hängt ganz stark mit der beruflichen Vorerfahrung, den Kenntnissen und Fähigkeiten sowie der Branche und dem Bundesland, in dem gearbeitet wird, zusammen. Daher schwankt die Gehaltsspanne von ca. 34.000 Euro Jahresgehalt in Mecklenburg-Vorpommern bis hin zu ca. 48.000 Euro in Bayern und Baden-Württemberg. Das durchschnittliche Gehalt eines Junior User-Experience-Designers liegt dabei bei ca. 37.000 Euro im Jahr. Selbstverständlich steigt das Gehalt durch ansteigende Berufserfahrung im Laufe der Jahre. Das kann dann schon mit steigendem Know-how in dem Berufsfeld auf 50.000 bis 60.000 Euro im Jahr ansteigen.

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