Wie kommt man zu einer guten KPI? Data Scientist Jessica Kirkpatrick hat beim Digitale Leute Summit 2018 Tipps gegeben, wie man Erkenntnisse aus Nutzerdaten gewinnt.

Über diesen Talk

Was die Nutzer mit einem Produkt jeden Tag tun, ist eine Sache. Die Daten aus diesen Handlungen zu strukturieren und zu analysieren, um konkrete Erkenntnisse für das Produkt zu gewinnen, ist eine ganz andere. Jessica Kirkpatrick, zum Zeitpunkt unseres Summits im November 2018 Data Scientist bei Slack, hat Einblicke in die Herausforderungen ihres Jobs bei einem der bekanntesten und meistgenutzten Kollaborationstools gegeben. 

Und der ist nicht immer einfach, berichtet sie im Gespräch mit Moderator Arne Horn von Banking One: “Daten sind chaotisch. Selbst bei Slack haben wir manchmal Probleme, Antworten auf scheinbar einfache Fragen zu finden.” In dem halbstündigen Talk spricht Jessica ausführlich darüber, wie eine gute KPI bei Slack aussehen muss. Außerdem erklärt sie, welche Kernaufgaben ein Data Scientist bei Slack hat, wieso Slack beim Testen neuer Features anders vorgehen muss als Facebook und wie Unternehmen es schaffen können, Daten besser in ihre Abläufe zu integrieren.

Über Jessica Kirkpatrick

Jessica war von 2017 bis Anfang 2019 bei Slack als Senior Data Scientist tätig. Zuvor war die studierte Astrophysikerin unter anderem bei Microsoft und Hired, einer Plattform für Arbeitsvermittlung. Bei Slack unterstützte sie hauptsächlich das Team für Plattformintegration, dass sich darum kümmert, Slack sauber mit anderen Services wie E-Mail, Dropbox oder GitHub zu verbinden. Inzwischen arbeitet Jessica bei Kobold Metals, einem Unternehmen, dass den Abbau von Kobalt mittels Big Data verbessern will. 

Drei Merkmale einer guten KPI

Ausführlich spricht Jessica im Talk darüber, wie wichtig Daten sind, um digitale Produkte weiterzuentwickeln. Das birgt allerdings eine große Gefahr, sagt Jessica Kirkpatrick: “Ich darf nicht zum Flaschenhals werden, so dass jedesmal, wenn ein Produktmanager eine Information braucht, er erstmal zu mir kommen muss.” Jessica empfiehlt, schon aus Transparenzgründen allen Mitarbeitern in einem Team Zugriff auf die für sie wichtigen Metriken zu geben. Ein wichtiger Baustein im Umgang mit Daten sind gute KPIs. Die drei  wichtigsten Eigenschaften, die Jessica für eine anwendbare KPI ausmachen, haben wir hier noch mal zusammengefasst:

1. Einfach

Eine gute KPI sollte von jedem, der sie benutzt, sofort verstanden werden. Das klingt trivial, ist es aber nicht, sagt Jessica: “Wenn ein Wert so komplex ist, dass man nicht genau versteht, warum er sich verändert und wovon er tatsächlich beeinflusst wird, eignet er sich nicht als KPI.”

2. Stabil

Eine KPI sollte sich nicht von Woche zu Woche in alle möglichen Richtungen verändern. Eine gewisse Stabilität ist nötig, wenn man feststellen möchte, ob die eigenen Veränderungen am Produkt auch die gewünschte Wirkung in Bezug auf die entsprechende Variable haben.  

3. Beeinflussbar

Die Teams sollten in der Lage sein, eine KPI mit ihrer Arbeit direkt zu beeinflussen. Zum Beispiel ist langfristiges Verhalten schwieriger zu ändern als kurzfristiges. So spielt es bei Slack natürlich eine wichtige Rolle, Nutzer der Freemium-Version in zahlende Kunden zu konvertieren. Diese Entscheidung kann sich aber, je nach Nutzertyp, über Monate oder sogar Jahre hinziehen. Leichter zu steuern ist hingegen an wie viel Tagen pro Woche der einzelne Slack-Users das Tool öffnet. Darum ist dieser Wert für die Produktteams eine bessere KPI.

Dieser Talk entstand beim Digitale Leute Summit 2018. Alles rund um den Digitale Leute Summit 2019 gibt es hier!