Selbst ein etabliertes Digitaltunternehmen wie die Buchungsplattform HRS verschickt noch Faxe, um Geschäftsreisen zu buchen. “Hotels sind manchmal noch sehr old school unterwegs”, erklärt Jochen Jaser, CIO der HRS Group, bei unserem DL Summit 2019. Hinter der Anekdote stecken sowohl Chance als auch Herausforderung für die auf Business Travel spezialisierte Hotelplattform.

Die Rolle des CIO

Im Gespräch mit Tilo Bonow, CEO von Piabo PR, spricht Jochen ausführlich über seine Rolle als Chief Innovation Officer. In dieser Position verantwortet er das Produktmanangemt, die Softwareentwicklung und den neu geschaffenen Bereich Data & Analytics. Außerdem ist er für die technische Infrastruktur der Plattform verantwortlich. Dazu gehören die interne IT, die Rechenzentren und die IT Security. Insgesamt arbeiten in diesen Bereichen 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sechs Standorten in Europa.

Das Ziel ist Automatisierung

Als Dienstleister für Reisebuchungen und Geschäftsreisen ist HRS seit über dreißig Jahren am Markt. Als größte Chance für die Branche sieht Jochen die fortschreitende Automatisierung von Buchungsprozessen und anderen Abläufen bei Geschäftsreisen.

Als ein Beispiel nennt Jochen Raumkategorien bei den verschiedenen Unterkünften. Die unterscheiden sich auf internationaler Ebene teilweise erheblich in ihren Bezeichnungen. Insgesamt kennt HRS rund 1300 verschiedene Raumkategorien. Der Kunde bucht aber am Ende auf deutsch und möchte, dass die unterschiedlichen Kategorien entsprechend zugeordnet sind. Hier kann mit automatisierter Spracherkennung und Übersetzung viel Zeit gespart werden.

Dafür ist auch der Kontakt zu den Hotels wichtig. Die Hotellerie verändert sich nur langsam und nicht immer sind die Betriebe schon auf dem neuesten Stand der Technik. Darum versucht HRS, viel in den Markt reinzuhören: “Wir sind mit mehr als 600 Menschen am Markt unterwegs, die täglich mit unseren Kunden arbeiten und mit den Corporates und den Hotels sprechen”, sagt Jochen.

Klarer Fokus

Ein wichtiger Faktor bei HRS: Der Fokus des Produkts in der umkämpften Reisebranche ist ganz klar: “Der Anbieter für den Leisure Traveller sind wir nicht mehr”, erklärt Jochen: “Unser Fokus liegt auf dem Geschäftsreisenden. Dessen User Journey, vom Suchen und Buchen bis hin zur Reisekostenabrechnung in der Firma, wollen wir abbilden.”

Dafür ist bei HRS ein Portfolio-Prozess etabliert. Es gibt eine Reihe von Epics, die in einzelne User Stories runtergebrochen werden. Das Ziel laut Jochen: “Wir wollen früher mehr liefern als der Kunde erwartet.”

Über Jochen

Der CIO von HRS sitzt lieber bei seinen Teams als auf der Geschäftsführer-Etage des Hauptquartiers von HRS. Dort ist der Blick auf den Kölner Dom weniger spektakulär. Dafür kann Jochen im direkten Kontakt mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Kultur von Innovation und Empowerment fördern. Dabei ist Jochen eine Sache wichtig: “Jede Idee, egal ob groß oder klein, kriegt eine Chance zu wachsen und das Geschäft zu verändern.” Vor HRS war Jochen CEO bei Matrix 42, einem SaaS-Anbieter für den digitalen Arbeitsplatz.

LinkedIn: Jochen Jaser, Tilo Bonow

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