Steffen Dierolf, 36, ist seit ĂŒber fĂŒnf Jahren bei Native Instruments und seit August 2015 Product Owner. Er ist verantwortlich fĂŒr das neueste Produkt in ihrer Hardware-Controller Produktpalette: Die Maschine Jam. Agile Produktentwicklung ist seit kurzem Thema bei Native Instruments. Grund genug uns den Produktentwicklungsprozess des Kult-Unternehmens fĂŒr Audio-Hardware genauer anzuschauen. Steffen Dierolf, Product Owner, im Interview.

Vita

Steffen Dierolf beginnt seine Karriere als Toningenieur und tourender DJ mit eigener Radiosendung. Nach einer Phase in der Postproduktion, geht er zu TC Electronic, wo er erste Erfahrung in der Produktentwicklung sammelt. Zwei Jahre spÀter fÀngt er bei Native Instruments an, zunÀchst in der Quality Assurance, dann als Scrum Master. Heute arbeitet Steffen als Product Owner.

Tools
  • Jira
  • Post-Its
  • Slack
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Empfehlungen
  • BĂŒcher: Agile Product Management with Scrum, Coaching agile Teams, The Professional Scrum Master’s Handbook

Hallo Steffen, du warst jetzt zum ersten Mal als Product Owner fĂŒr die Entwicklung eines Produkts zustĂ€ndig. Wie fĂŒhlt sich das im Vergleich zu deinen frĂŒheren Jobs bei Native Instruments an?

Die finale Unit in der Hand zu halten ist schon ein ganz anderes GefĂŒhl, wenn man von Anfang an dabei gewesen ist. Das Konzeptionelle hatte mich in meiner vorherigen Rolle als Quality Assurance-Mitarbeiter nicht erreicht und ich war frĂŒher viel spĂ€ter involviert.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Maschine Jam an Steffens Arbeitsplatz in Betrieb

Was sind denn die Unterschiede zwischen einem Product Owner bei einem Hardware-Projekt und einem reinen Software-Projekt?

Nach unserer Erfahrung kann das Hardware-Development niemals so agil sein wie ein reines Software-Projekt. Das wird immer zu einem gewissen Grad ein Wasserfall bleiben. Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass man die falsche Komponente geordert hat, dann verzögert sich das gesamte Projekt bis man die passende Komponente gefunden hat.

Spannend ist, beide AnsĂ€tze miteinander zu verbinden. Das ist die aktuelle Herausforderung, der wir uns bei Native Instruments stellen: Wie schaffen wir es auf der einen Seite unseren Teams nur Problembeschreibungen zu geben, wĂ€hrend wir auf der anderen Seite ein Hardware-Layout haben, das frĂŒhzeitig in Stein gemeißelt wird?

Das heißt, es können spĂ€ter keine Änderungen an der Hardware durchgefĂŒhrt werden? Alle Knöpfe und Regler bleiben wo sie sind?

Genau, dieses Layout mĂŒssen wir relativ frĂŒh einfrieren. Was wir Ă€ndern können sind die Label, was wir uns auch recht lange offen halten. Zum Beispiel hatten wir bei der Jam die Idee, ĂŒber die Touchstrips auch Noten spielen zu können. Bei ein paar Hackdays haben wir das reingehackt, um einen Eindruck davon zu bekommen, ob das funktioniert. Wir fanden das so gut, dass es zuletzt seinen Weg in das Produkt gefunden hat. FĂŒr einen Button hat das bedeutet, dass wir die Beschriftung geĂ€ndert haben. Die ursprĂŒngliche Funktion, die auf dem Button lag, wanderte dann auf ein Shift-Label.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Notizzettel sind Steffens wichtigstes Arbeitsmittel

An wen richtet sich euer neues Produkt Maschine Jam?

Unsere bisherigen Maschine-Produkte sind grundsĂ€tzlich fĂŒr Producer aller Genres geeignet, aufgrund ihres Workflows sind sie aber besonders im Bereich Urban und Hip Hop beliebt. Die Maschine Jam richtet sich eher an Studios und Producer elektronischer Musik. Wir wollen uns ein bisschen mehr an den Programmierer statt an den klassischen Musiker wenden.

Auf den bisherigen Devices wird viel mit Fingerdrumming gespielt. Darum haben wir mit dem Layout der Pads einen neuen Weg beschritten und statt Pads Buttons genommen und statt 4×4 ein 8×8 Layout gewĂ€hlt.

Jam ist ein Device mit dem man den gesamten Track im Auge hat, wÀhrend die anderen Devices eher ins Detail gehen. Darum ergÀnzen sie sich auch super.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Maschine Jam in einem voll eingerichteten Studio © Native Instruments

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffen drĂŒckt die Shift Taste

Seit wann wird bei Native Instruments mit agilen Methoden gearbeitet?

Noch gar nicht so lange. Ich war der Erste, der den Scrum Master Titel bei Native Instruments hatte und konnte so bei der EinfĂŒhrung und Umstrukturierung helfen. Was wirklich geholfen hat, war die Zertifizierung durch die Scrum Alliance, denn der Workshop hat mich persönlich weitergebracht. Ich komme selbst aus der Entwicklung und deshalb fand ich agile Entwicklungsmethoden immer total spannend, weil es die Engineers mehr einbezieht und auch mehr motiviert. Bei der EinfĂŒhrung war das ganze Team beteiligt.

Mit welchen Problemen hattet ihr bei der EinfĂŒhrung zu kĂ€mpfen? Welche Learnings konntet ihr aus dem Prozess ziehen?

Wir haben versucht die EinfĂŒhrung von agilen Methoden behutsam zu gestalten und haben uns dazu auch ein wenig externe Hilfe geholt. ZunĂ€chst gab es ein großes Standup. Dann fingen wir damit an, SchĂ€tzungen auf Tasks und Stories zu packen und die ersten kleinen Teams zu bilden. Da hat sich dann schon gezeigt, dass Scrum nur Sinn macht, wenn das Dreieck aus Team, Product Owner und Scrum Master vollstĂ€ndig ist.

Ein weiteres Thema war Ownership. In Scrum liegt deutlich mehr Verantwortung im Team als mancher gewohnt war.

Es hat eine Weile gedauert bis erkannt wurde, dass es nicht nur mehr Verantwortung gibt, sondern auch mehr Freiheit.

Die Anzahl der Meetings war am Anfang auch problematisch, weil wir parallel weiterhin Maschine entwickeln mussten. Das wichtigste Meeting aus dem Scrum-Katalog ist fĂŒr uns die Retrospektive. Ohne die wĂ€ren wir heute nicht wo wir sind.

Was genau ist deine Aufgabe bei Native Instruments?

Aktuell bin ich Product Owner fĂŒr Maschine Jam, was bedeutet, dass bei mir alle FĂ€den zusammenlaufen. Ich bin im Kontakt mit unseren Hardware-Engineers, bin zustĂ€ndig fĂŒr die Software-Integration, arbeite mit dem Scrum-Team eng zusammen und bin der Ansprechpartner fĂŒr Marketing, Sales und Sounddesign. Davor war ich Scrum Master, Projektmanager und in der QualitĂ€tssicherung. Es hat sich hier bei Native Instruments ergeben, dass ich fast jedes Jahr einen neuen Job habe.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - ein Portrait von Steffen

Wie bist du zu Native Instruments gekommen? Welche Ausbildung hast du absolviert?

Angefangen hat alles mit einer klassischen Toningenieurs-Karriere. Nach dem Abi habe ich beim nĂ€chst grĂ¶ĂŸeren Tonstudio eine CD mit Beats eingereicht und mich um einen Job beworben. Zwei Wochen spĂ€ter haben die sich tatsĂ€chlich gemeldet und mich als Freelancer engagiert. Dort hatte ich immer wieder die Möglichkeit dem Toningenieur ĂŒber die Schultern zu schauen. Als der Toningenieur dann mal krank war, war ich an der Reihe. Und so bin ich dann reingekommen.

Dort habe ich Native Instruments Produkte mit reingebracht: Ich kenne die Produkte sozusagen von Anfang an und Native Instruments war auch schon immer eine Traum-Company, in der ich arbeiten wollte. Außerdem war ich noch als tourender DJ unterwegs, hatte eine eigene Radiosendung fĂŒr sechs Jahre und habe DJs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei mir in der Sendung gehabt.

Dann habe ich alle meine Platten und Plattenspieler auf einen Schlag verkauft, um mir Produktionsequipment zuzulegen und machte mich in Berlin mit Postproduktion selbststÀndig, also Mixing und Mastering.

Ich hatte mir aber das Ziel gesetzt spĂ€testens mit 30 entweder nicht mehr 60 Stunden die Woche arbeiten zu mĂŒssen, oder mir eine vernĂŒnftige Arbeit zu suchen.

So kam es, dass ich fĂŒr eineinhalb Jahre einen Ausflug nach DĂ€nemark zu TC Electronic gemacht habe. Ich glaube, das hat schließlich meinen Einstieg bei Native Instruments möglich gemacht, denn TC Electronic ist einer der WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr Musikhardware. Da konnte ich dann auf einem Gebiet einfach Erfahrung vorweisen. Bei Native Instruments habe ich dann erst mal bei der Quality Assurance angefangen.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffen testet die Maschine Jam

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffens Arbeitsplatz in seinem BĂŒro

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffens Arbeitsplatz mit Mac, Maschine und Keyboard

Bist du eigentlich Musiker?

Vor ein paar Jahren hĂ€tte ich gesagt, dass ich das bin. Inzwischen wĂŒrde ich sagen, das mein Hobby Musiktechnologie ist. Ich mache noch immer an mehreren Tagen die Woche Musik, probiere neue Sachen aus, die auf dem Markt sind, habe aber seit ĂŒber einem Jahr keinen Song mehr fertig gestellt.

Wie sieht dein Alltag bei Native Instruments heute aus?

Unser Tagesablauf richtet sich nach dem Scrum-Workflow. Wir haben eine Kadenz, das heißt, unsere Firma tickt im zwei-Wochen-Rhythmus. Alle zwei Wochen gibt es eine große Demo, bei der jedes Team auf die BĂŒhne geht und zeigt, was erreicht wurde. Das ist mein Startschuss, denn dann geht es in die Planung mit den Teams, bei der wir uns die Backlog anschauen.

Das ist immer auch ein bisschen Verhandeln, denn wir versuchen ein Agreement zu erreichen, das realistisch und in zwei Wochen zu erreichen ist. Ich schreibe dabei keine Spec, sondern beschreibe die Probleme. Das Team kommt dann mit der Lösung. In den zwei Wochen bin ich fĂŒr das Team ansprechbar, in denen wir zum Beispiel ĂŒber verschiedene Lösungswege sprechen.

Das Spezielle bei uns ist zudem, dass wir einen skalierten Ansatz fahren. Im klassischen Scrum-Ansatz gibt es einen Product Owner und ein Entwicklungsteam. Bei uns ist es aber so, dass ich als Product Owner wiederum Mitglied in einem Team bin, einem crossfunktionalen Team. Der Owner ist dann der Programe Owner. In diesem Team sind Mitglieder aus Marketing, Sales und Controlling und weitere Product Owner.
In diesem Team arbeiten wir viel mit einem Modell, das Lean Canvas heißt, was meist der erste Schritt zu einem neuen Produkt ist. FĂŒr diesen Prozess versuchen wir an so viele Zahlen wie möglich zu kommen, nutzen dafĂŒr aber auch Erfahrungswerte.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Der Arbeitsplatz eines Entwicklers

Vielleicht kannst du das mal an der Entwicklung von Maschine Jam erlÀutern.

Uns war von Anfang an klar, dass wir eine neue Kategorie einfĂŒhren wollten, denn mit dem 4×4 Layout stĂ¶ĂŸt man an Grenzen, beziehungsweise kann nur bestimmte Usergruppen ansprechen. Klassischerweise sind viele andere Hardware-Controller auf acht oder ein Vielfaches von acht ausgelegt. Schon ganz klassische Controller, die es schon seit ĂŒber zwanzig Jahren gibt, haben acht Fader und lassen sich mit weiteren acht erweitern. Acht macht musikalisch durchaus Sinn.

Wie habt ihr dann versucht das Layout umzusetzen?

Neu bei der Entwicklung der Maschine Jam war, dass wir ein Prototyping mit einem Touchscreen gemacht haben, bevor wir die Hardware vorliegen hatten. DafĂŒr haben wir uns eine Ladung Touchscreens geholt und dort Funktionen emuliert. FrĂŒher haben wir das mit Papier getestet. Das mit den Touchscreens war aber genial, denn wir hatten bereits richtige FunktionalitĂ€t implementiert.

Zum Beispiel hatten wir da bereits den Step-Sequencer laufen. Bis wir auf die echte Hardware gegangen sind, hatten wir also mehrere Tage Zeit FunktionalitĂ€t zu entwickeln, die wir dann direkt auch nutzen konnten. Das war großartig.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Maschine Jam als Touch-Prototyp

Wie wurde die Hardware entwickelt?

Unsere Hardware-Abteilung entwickelt zum Beispiel das Leiterplatten-Design, Industrial-Design, Mechanical Engineering, und ĂŒbernimmt auch das Firmware-Development. Das ist ein sehr erfahrenes Team, wo ich das Projekt nur anzustoßen brauche, damit es lĂ€uft.

Als nach vielen GesprĂ€chen klar war, dass wir ein 8×8 Grid haben wollen, hat einer unserer erfahrenen Produkt-Designer, der bereits beim Design des ersten Maschine-Produkts beteiligt war, einen Layout-Entwurf gemacht. Ab dem Zeitpunkt stand dann das Knopf-Layout fest, dass wir ĂŒber den Touchscreen-Prototypen nochmal evaluiert haben. Im nĂ€chsten Schritt ging das dann an den Industrial-Designer, der das Produkt ausarbeitet und sich dabei viel mit dem Mechanical Engineering unterhĂ€lt. Wir wollten das Produkt zum Beispiel dĂŒnner machen. Der Industrial-Designer prĂŒft dann, ob das realistisch ist.

Das Hardware-Layout steht von Anfang an fest.

Parallel dazu lĂ€uft dann auch schon das Electrical Engineering, bei dem wir Leiterplatten bestĂŒcken und einen ersten Prototypen erstellen. Vom ID-Design machen wir dann ein reines Plastik-GerĂ€t, was keine Funktion hat, aber das wir brauchen, um den Formfaktor zu ĂŒberprĂŒfen und einen Eindruck von der Anmutung zu bekommen. Dabei gilt es immer an die Workflows zu denken.

Wenn der Prozess mit dem ID-Mockup abgeschlossen ist, erstellen wir den ersten richtigen Prototypen fĂŒr die Engineering Validation.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffen mit einem Testpanel fĂŒr Knöpfe

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - TestgerÀte und verschiedene Versionen

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - der Prototyp eines Keyboards

Wann ist dann die erste verkaufsfertige Version verfĂŒgbar?

ZunĂ€chst mĂŒssen wir noch die Design Verification abschließen. Das Electrical Engineering stellt sicher, dass das auch alles so funktioniert, wie wir uns das gedacht haben. Dann bauen wir ein paar weitere Prototypen, aber die bauen wir noch immer hier in Berlin. Die sogenannte Pilot Production findet dann vor Ort in China statt, wo wir produzieren lassen, und dient als Vorbereitung fĂŒr die Massenproduktion. Ein Team von uns ist dann vor Ort in China und hĂ€lt zum ersten Mal das fertige Produkt in der Hand.

Mit welchen Tools organisiert ihr eure Workflows?

FĂŒr die Entwicklung benutzen wir Jira als Ticketsystem. Wo es dann ein bisschen ĂŒbertrieben erscheint Jira zu nutzen, greifen wir zum Beispiel im Marketing und Sales auch gerne auf andere schlankere Tools zurĂŒck. Seit vier Wochen nutzen wir zudem Slack und es ist schön zu sehen, dass es jetzt eine ausgereifte Lösung gibt, mit der alle einverstanden sind. Vorher hatte beinahe jede Gruppe verschiedene Tools.

Welche Arbeitsmittel brauchst du, um gut arbeiten zu können?

Ohne Jira könnte ich nicht arbeiten. Aber ohne Post-Its geht gar nichts. Das liegt vielleicht an meinem Scrum-Hintergrund, dass ich ein Post-it Verfechter bin. Ich finde es super, wenn alles transparent an der Wand ist. Ich hatte mal die „Getting-Things-Done“ Methode ausprobiert. Letztendlich bin ich aber zu Jira und Papier zurĂŒckgekehrt.

Als ArbeitsgerÀt nutze ich einen Mac und wegen meiner Quality Assurance Vergangenheit habe ich noch einen PC. Ich finde es charmant beides zu haben, um Sachen ausprobieren zu können.

Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - Steffens HĂ€nde halten einen Stift

Was sind fĂŒr dich wichtige Themen und Trends, die dich bei deiner Arbeit beschĂ€ftigen?

Generell kann man sagen, dass wir uns noch immer in der Transition zur agilen Methode befinden und ich denke, dass diese nie komplett abgeschlossen sein wird.

Neu fĂŒr mich als Product Owner ist die Kommunikation mit unseren Usern. Das gab es sicherlich auch schon in der Vergangenheit, hat fĂŒr mich jetzt aber eine andere Wertung. Da stellen sich Fragen nach der Methode und der Auswertung. Wie viel Feedback brauche ich, um eine gute Entscheidung treffen zu können?

Testing ist ein weiterer wichtiger Punkt bei Native Instruments. Testautomation, gerade in Bezug auf unsere Units, ist eines der Ziele. Als ich bei Native Instruments angefangen habe, wurde fast ausschließlich manuell getestet. Das hat sich inzwischen geĂ€ndert, muss aber auch noch weiterentwickelt werden.

Ganz generell sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Musik-Industrie Markt sehr spannend. Ein gutes Beispiel sind die modularen Synthesizer. Das ist ein riesiger Trend zu einer Zeit, in der es eigentlich eher um Software geht. Da geben die Leute hunderte von Euro fĂŒr einzelne Module aus, die sie dann zusammenstecken, damit sie ein System haben, um einen einzigen Sound zu produzieren. Ich bin sehr gespannt wohin sich das entwickelt. FĂŒr uns ist das natĂŒrlich ein toller Trend, denn er zeigt, dass die Leute GerĂ€te zum Anfassen haben wollen.

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Digitale Leute - Steffen Dierolf - Native Instruments - das GroßraumbĂŒro

Gibt es BĂŒcher oder Blogs, die du empfehlen kannst?

Das Buch „Agile Product Management with Scrum“ von Roman Pichler ĂŒber Product Ownership ist ein Buch an dem man nicht vorbeikommt, wenn man sich gerade neu mit dem Thema beschĂ€ftigt. Zu Scrum generell lese ich keine Blogs, habe aber einige BĂŒcher gelesen. Eines, das ich toll fand, war „Coaching agile Teams“ von Lyssa Adkins. Das Buch „The Professional Scrum Master’s Handbook“ von Stacia Viscardi ist auch sehr zu empfehlen.

Außerdem nutze ich viel Google, um nach Problemen zu suchen.

Haben eigentlich bei Native Instruments alle Mitarbeiter einen musikalischen Hintergrund?

Es ist nicht erforderlich Musiker zu sein, um bei Native Instruments arbeiten zu können. Aber ich glaube, es erleichtert den Alltag hier deutlich. In der Tat arbeiten viele Musiker bei uns, eine genaue Zahl kann ich aber nicht sagen. Die Leute arbeiten hier, weil sie hier arbeiten wollen und nicht, weil sie zufÀllig Entwickler sind und Native Instruments nach Entwicklern sucht.

Ich habe zum Beispiel das große GlĂŒck mit einem Team zusammen zu arbeiten, in dem alle die Produkte nutzen. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass wir im Sinne unserer agilen Entwicklung Userinterviews durchfĂŒhren wĂŒrden, aber die Antwort nicht nachvollziehen könnten, dann wĂ€re das fatal.

Ich glaube es ist enorm wichtig in die Userrolle schlĂŒpfen zu können. Das ist ein SchlĂŒsselelement, egal ob man Entwickler, QA-ler, Produktdesigner oder Product Owner ist.

Vielen Dank fĂŒr das Interview!

Webseite: Native Instruments