“Hi, ich bin dein Neufahrzeug. Wenn du eine Frage hast, frage mich einfach.” So, oder so ähnlich könnte in Zukunft der Erstkontakt mit einem kürzlich erworbenen Fahrzeug aussehen, wenn es nach der Vorstellung von Andreas Kwiatkowski, Geschäftsführer und Produktmanager des Kölner Startups SoundReply geht. Er entwickelt mit seinem Team Voice Interfaces für Maschinen aller Art und erklärt, wie sich dadurch die Anforderungen an den Produktmanager ändern.

Der Plattformkrieg ist bereits in vollem Gange. Kopf an Kopf drängen Google, Amazon und erste asiatische Player mit Voice Assistenten und der passenden Hardware auf den Markt. Alleine im Winter 2017 wurden in den USA Alexa-fähige Geräte im zweistelligen Millionenbereich verkauft. Voice ist Mainstream geworden, wirklich viele Voice-Apps gibt es allerdings noch nicht. Andreas Kwiatkowski, ehemals Head of Mobile bei Trivago, findet es spannend auf dieser grünen Wiese zu entwickeln:

Es herrscht gerade so etwas wie eine El-Dorado-Stimmung, wie zu den Anfangszeiten des App-Stores.

Möglich geworden ist das durch immense Fortschritte in der Technologie, insbesondere durch Machine Learning und Natural Language Processing. Davon profitiert auch das Team von SoundReply. Sie trainieren mit ML einen Algorithmus, um zum Beispiel als Fahrtrainer in Autos eingesetzt zu werden. Mit diesem Anwendungsfall haben sie erst kürzlich den zweiten Platz eines weltweiten Wettbewerbs von Porsche gewonnen. Für Porsche entwickeln sie nun den Prototypen eines Fahrassistenten, der dem Rennfahrer die optimale Strecke vorschlägt.

Veränderte Entwicklungsanforderungen durch Voice

Für die Produktentwicklung stellt die Entwicklung von Voice User Interfaces (VUI) eine Herausforderung dar. Technisch ist vieles noch nicht so weit, wie es mittlerweile bei Mobile Development der Fall ist. Frameworks lassen vielfach noch zu wünschen übrig und die User werden in VUIs (Voice-Userinterfaces) weniger gut geführt. Ohne Display gibt es keine Buttons und keine Labels, mit denen sich der User orientieren kann. Zusätzlich ist nicht klar, wo der User die App betreten wird. Bei der Entwicklung für Voice folgt der Nutzer keinem geregelten Flow, sondern kann überall einsteigen.

Die Konsequenz für die Entwicklung, in der Vieles noch nicht definiert ist: Das Verhältnis von Konzept und Entwicklung verschiebt sich stark. Während das Verhältnis bei Mobile Apps in etwa ausgeglichen ist, muss bei der Entwicklung für VUIs wesentlich mehr konzipiert werden. Da kann es dann auch mal einfach darum gehen, ein und denselben Satz in vielen verschiedenen Variationen zu schreiben. Notfalls auch mit Hilfe einer Excel-Tabelle. Das vormals gute Gespür für ein Interface des Mobile Produktmanagers spielt bei Voice keinerlei Rolle mehr.

Andreas ist überzeugt: Voice wird in Zukunft eine entscheidende Plattform, mit neuen Anforderungen an die Produktmanager.

Eine echte Gelegenheit früh einzusteigen und zu lernen.

Wer mehr zum Thema Produktentwicklung für Voice User Interfaces erfahren möchte, kann sich bis Ende Juli ein Early Bird Ticket für den Digitale Leute Summit holen. Andreas Kwiatkowski wird dort am 13. November zu diesem Thema sprechen.