Hallo Stephan, an welchen Projekten arbeitest du aktuell?

Seit dem letzten Jahr arbeitet Pivotal mit der Allianz zusammen, hier bin ich als Director bei Pivotal und Standortleiter in München involviert. Genau genommen sind das verschiedene Einzelprojekte, bei denen wir die Denkweise und die Methodik der agilen Entwicklung und des Lean-Startup-Konzepts auf die Allianz Deutschland übertragen. Wir unterstützen die Allianz also darin, bessere Software schneller zu bauen.

Persönlich habe ich lange an meinem Buchprojekt über Komponenten-basierte Software-Entwicklung mit Rails gearbeitet. Bei mir nehmen die Management-Aufgaben zu, das Buchprojekt gab mir den direkten Kontakt zum Programmieren. Zum Einen inhaltlich, was die Technik und das Framework betrifft, zum Anderen für den Anschluss an die Developer-Community. Auch wenn die im Buch dargestellte Technologie aktuell in meiner Arbeit keine so enorm große Rolle spielt, sind die Strategien zur Strukturierung von Applikationen und Entwicklungstechniken hoch-relevant für die Fragen, die wir immer wieder bearbeiten.

Wie läuft für dich ein optimales Projekt ab, was macht dir besonders Spaß und nach was für Projekten suchst du?

An den Extremen gibt es zwei Arten von Projekten: “Delivery”, bei denen wir ein komplettes Produkt abliefern, und “Enablement”, also Projekte, in denen wir unsere Methodik an das Entwicklerteam des Kunden weitergeben. Letzteres war dabei schon immer unser Fokus und wird auch immer wichtiger. Wir wollen das Mindset verändern, wie Unternehmen Software entwickeln, sodass sie wettbewerbsfähig bleiben – auch mit den großen Tech-Start-ups aus dem Silicon Valley.

Beide Projektarten haben ihre schöne Seiten, doch im optimalen Fall können wir beide verbinden: Ein gutes Softwareprodukt bauen, aber auch ein Team beim Kunden formen, denen wir unsere Methodik weitergeben.

Dafür habe ich ein schönes Beispiel aus den USA: Ein Startup und Kunde von uns verfügte zuletzt gerade noch so über das letzte VC-Geld, doch der ursprüngliche Prototyp passte nicht mehr zum neuen Geschäftsmodell. Die Software konnte das einfach nicht abdecken. Hier haben wir den Turnaround geschafft: Mit dem neuen Produkt, das wir relativ schnell auf die Beine gestellt haben, konnten sie den nächsten großen Kunden gewinnen. Dafür haben wir sowohl ein Team aufgebaut als auch ein gutes Produkt geschaffen. Im idealen Fall suchen wir genau solche Projekte. Heute, vier Jahre später, hat das Startup über 40 Mitarbeiter.

Was sind die wichtigsten Learnings, die du in deiner beruflichen Laufbahn bisher gemacht hast?

Unsere Arbeit ist eine von Veränderung, bei der es immer um Menschen geht. Jeder von uns geht in solchen Projekten durch einen Veränderungsprozess. Diese Prozesse sind immer schwierig, sie betreffen so viele Aspekte: Wie man arbeitet, wie man wahrgenommen wird, wie man kommuniziert oder auch welche Aufgaben auf einen zukommen. Das führt oft zu Begeisterung, manchmal aber auch zu Ängsten. Ich bin vielleicht ein ungeduldiger Mensch, doch hier ist Beharrlichkeit extrem wichtig: morgen immer wiederzukommen. Denn wenn man nicht wiederkommt, kann man die Fehler von heute nicht beseitigen.

Wie bleibst du auf dem Laufenden?

Ganz viel über die anderen Pivots – es gibt so viel Austausch und Anregungen. Wir benutzen intern so etwas ähnliches wie Stackoverflow, darüber beziehe ich mehr als die Hälfte der Dinge, über die ich dann mehr lese.

Um in punkto Enterprise-Software und Startups auf dem Laufenden zu bleiben, lese ich zum Beispiel Hacker News, TechCrunch, Cio.com oder Wired.

Welche Blogs, Bücher etc. kannst du empfehlen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich verfolge tatsächlich hauptsächlich Hashtags auf Twitter zu den Themen, die mich interessieren. Da bekommt man natürlich sehr viel Grundrauschen, aber eben auch die Links, in die man tiefer einsteigen kann.

Wo folgt man dir am besten?

Gern auf GitHub oder auf Twitter, ich freue mich über den Austausch!

 

Lieber Stephan, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!