Podcast Episode 46 – Katrin Sütterlin über UX Writing als human-centered Content Design

In der deutschsprachigen UX-Community erlebt UX Writing aktuell einen Hype. Katrin führt uns in dieser Episode in die Ursprünge, Tools und Methoden der Mikro-Copy ein und erklärt, wie sie in den agilen Produktentwicklungsprozess bei Sapera eingebunden ist.

Über den Podcast
Digitale Leute Insights ist der Podcast für Passionate Product People. Wir interviewen Top-Produktentwickler aus aller Welt und werfen einen tiefen Blick auf die Tools, Taktiken und Methoden digitaler Professionals und Unternehmen.
Host: Thomas Riedel

Zum Thema UX Writing gibt es noch keine Bücher auf Deutsch. Und Katrin Sütterlin, Senior UX Writerin bei Sapera, sträubt sich noch, selbst eines zu schreiben. Als Mit-Organisatorin der Gruppe “UX Writing, auf Deutsch!” engagiert sie sich auch so schon für eine wissbegierige deutschsprachige Community, die sich monatlich über Zoom zum Thema UX Writing und Micro-Copy austauscht. Gut 130 Teilnehmende sorgten im März-Meetup dafür, dass es auf dem dazugehörigen Mural-Board nur so wimmelte. 

UX Writing schon lange in der anglophonen Produktentwicklung

Vielleicht ist es der Corona-Zeit geschuldet und der Neu-Formatierung von Meetups, dass dieses Thema jetzt im deutschsprachigen Raum seine Hochzeit erlebt. Denn neu ist das Thema eigentlich nicht, erklärt Katrin im Podcast. “Wir müssen wieder mal zugeben, dass die anglophone Welt viel weiter ist.” Schon vor über zehn Jahren beschäftigten sich Scott Kubie, Torrey Podmajersky, Andy Welfe und einige andere mit den Wörtern im Interface, die nicht zum Content und nicht zum Marketing gehören und dennoch eine Rolle in der Usability spielen. Und sei es nur für die Nutzenden, die vorübergehend oder dauerhaft einen Screenreader verwenden.

Was bisher vielleicht der Product Owner oder der UX Designer noch mitgemacht hat, bekommt fortan die eigene Rollenbezeichnung UX Writer, was nicht selten, wie zum Beispiel bei Facebook, auch der Content Strategist ist, weiß Katrin. 

Für die studierte Literaturwissenschaftlerin, die sich seit drei Jahren der Micro-Copy widmet, gab es damals keine Meetups, von denen sie hätte lernen können. Ihr Einstieg kam nach einer Phase, bei der sie verkäuferisch tätig war. Sie zog es weg vom Marketing, hin zu “menschen-fokussierten Inhalten, die zu Zufriedenheit führen”, wie sie es nennt. Eine Eigenschaft, die sie der Mehrheit der UX Writer zuschreiben würde. Dennoch ist ihr klar: als Teil einer kapitalistischen Maschine geht es darum quantitativ und qualitativ etwas zu bewegen. 

Ihr Lieblingstool: Figma. Bis zu 50 Versionen kann es da schon mal für die Beschriftung eines Buttons geben. “Du kannst auch nicht eitel sein und denken, du hast das beste Wort der Welt gefunden.” erklärt Katrin den Prozess. Am Ende entscheidet auch beim UX Writing ein Test.

LinkedIn: Katrin Sütterlin

Autor: Thomas Riedel